Wenn es zwischen den Balken rumort

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Die Friedrichsthaler Friedhofskapelle wird schrittweise saniert: seit gestern ist das Dach dran

Von Heike Bergt

Friedrichsthal | In der Kapelle ist nichts zu sehen, aber unterm Dach rumort es. Dort oben haben gestern Morgen Bauarbeiten begonnen, denn das mehr als 100 Jahre alte Gemäuer ist an mehreren Stellen reparaturbedürftig. Die umlaufenden Klinker am Fuß der Friedrichsthaler Friedhofskapelle zeigen Risse. Ebenso der gemauerte Bogen über der Eingangstür. Hauptursache: der Zahn der Zeit.

Durchschnittlich 25 bis 30 Trauerfeiern finden jährlich in der Kapelle statt, so Oranienburgs Friedhofsverwalter Ralf Leymann. Ansonsten steht die Halle mit 40 Plätzen leer. „Das Mauerwerk friert im Winter durch, dann wird es für die Trauergemeinde schnell hochgeheizt.“ Das sorgt für Spanungen im Bauwerk. Vielleicht habe auch der Straßenbau an der Keithstraße für Setzungsrisse gesorgt. Klar ist, es muss etwas passieren und investiert werden, „im nötigen und finanziell machbaren Rahmen, damit die Kapelle weitere Jahre erhalten bleibt“, so Heidrun Gassan, Amtsleiterin für Gebäudemanagement bei der Stadtverwaltung. Bei der gestrigen Bauanlaufberatung waren auch Statiker Erhard Koch, Architekt Klaus-Jürgen Schäfer aus Birkenwerder und Daniel Spindler, Inhaber der gleichnamigen Zimmermannsfirma aus Oranienburg, die fünf Gesellen und drei Azubis hat, vor Ort.

Während im vergangenen Jahr zunächst im Kellerbereich der Trauerhalle die Balkenlage unter dem Fußboden erneuert worden war und damit für Stabilität gesorgt wurde, sind in diesem Jahr nun Dach und Dachstuhl dran. „Wir stabilisieren das Dach mittels Verstrebungen, damit nicht noch die Biberschwänze in Gefahr geraten. Und dann behandeln wird die Holzbalken, die heute erstmal gründlich abgesaugt werden“, so Daniel Spindler. Gesperrt werde die Kapelle nicht, bei Trauerfeierlichkeiten, die eh meist freitags oder sonnabends stattfänden, ruhen die Arbeiten natürlich.

Werden 2017 rund 25 000 Euro investiert, so kommt 2018 noch einmal so viel dazu. Dann werden die maroden und abgeplatzten Treppenstufen erneuert, ein Hublift wird auf der linken Seite der Tür installiert, Elektrik ist zu erneuern und der Maler gibt dem Innenraum einen frischen Anstrich.

Insgesamt gibt es acht Friedhöfe mit acht Kapellen in den Ortsteilen. „In Malz, Sachenhausen, Germendorf
und Wensickendorf haben wir schon viel gemacht. Nun ist Friedrichsthal dran“, so Heidrun Gassan.

Der hiesige Friedhof ist 1,6 Hektar groß, hell, grün, gepflegt und sonnendurchflutet. Es gibt Gräber und anonyme Grabstellen.

Der Friedhof an der heutigen Keithstraße 9 war am 10. Oktober 1776 eingeweiht worden. Damals befand er sich noch außerhalb des Dorfes.

Vor allem mit der 1896 gegründeten Heilstätte Grabowsee erfolgte die Vergrößerung des Friedhofs.

Die Arbeiten an der Kapelle wurden im August 1913 beendet. Die Baukosten betrugen damals 6300 Mark.

Seit 2013 können zusätzlich zum Lehnitzer Friedhof auch in Friedrichsthal Urnen in einem Bestattungshain unter Bäumen beigesetzt werden. Ein neues, zusätzliches Angebot.

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