Treffpunkt für Hausbauer und -besitzer

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Zahlreiche Besucher strömten am Wochenende in das Oranienburger HBI-Sportforum, um sich zu den Themen Hausbau und Hausmodernisierung zu informieren.

Von Ulrike Gawande

Oranienburg (MAZ-online) | Das Haus auf Kredit zu kaufen, das Auto, das Sofa oder den Fernseher in Raten zu zahlen, ist für viele Kunden heute selbstverständlich. Warum nicht auch die neue Terrasse oder den Carport? Gedacht, getan. Christin Eckold-Spindler, deren Mann Daniel seit 17 Jahren die Zimmerei Spindler in Oranienburg leitet, nahm Kontakt zu einem Finanzdienstleister auf. So sollen künftig Kunden in Zeiten niedriger Zinsen nicht mehr jahrelang für den hölzernen Traum aus Meisterhand sparen müssen, sondern können das Angebot einer möglichst schnellen, unkomplizierten Finanzierung in Anspruch nehmen.

Für viele Besucher der g. Oberhavel Handwerkermesse, die am Wochenende im HEl-Sportforum in Oranienburg zahlreiche Hausbauer angelockt hat, sei das eine interessante Neuigkeit gewesen. „Wir versuchen dem Kunden das Gesamtpaket anzubieten“, erklärt Christin Eckold-Spindler. So könne der Handwerkerlaie in der Zimmerei auch Meisterstunden buchen, um fachliche Unterstützung bei Holzbauprojekten zu erhalten. Auch ein Angebot, was
ankam.

Insgesamt 63 Aussteller präsentierten auf großzügiger Fläche ihr breites Angebot. Vom Dachdecker, Fliesenleger bis zum Heizungsbauer waren zahlreiche Gewerke vertreten. Darunter auch ein Weinhändler und eine Keramikerin. „Wenn der Mann zu lange an einem Stand verweilt, kommt auch die Frau auf ihre Kosten“, erklärt schmunzelnd Veranstalterin Heike Bergmann die AnbieterauswahL Außerdem handele es sich auch dabei um Handwerksberufe – wenn auch nicht in direktem Zusammenhang zum Hausbau. „Vermisst haben wir jedoch reine Hausbaufirmen“, berichtet eine Familie aus Neuendorf, die noch in diesem Jahr mit dem Eigenheimbau beginnen will. „Ansonsten hat uns die Messe sehr gut gefallen.“

Viele Besucher seien auf der Suche nach Informationen zu den Themen Haussanierung und Modernisierung, berichtet Frank Jurisch, Mitarbeiter einer Altlandsberger Heizungsbaufirma. Besonders gefragt sei gerade die Solarthermie und der Einbau von Wärmepumpen. „Für manche neue Anlage kann der Kunde bis zu 2000 Euro Fördermittel vom Staat erhalten.“ Möglich mache dies die neue Energieverordnung, die seit Jahresbeginn in Kraft ist.

Ein Thema, zu dem auch die Vertreter der Berufsgruppe der Schornsteinfeger Oberhavel Rede und Antwort standen. „Diese Messe ist eine gute Plattform, um Bürger zu informieren“, findet Schornsteinfegermeister Rigo Holinski aus Oranienburg. Man habe Zeit für Gespräche, die man bei den Kehrtouren sonst meist nicht habe. „Es gibt so viele gesetzliche Bestimmungen, auch alte Öfen und Heizungsanlagen betreffend, da besteht oft Beratungsbedarf‘, glaubt Holinski. Viele Fragen erhielten die Männer der schwarzen Zunft auch zum Thema Rauchmelder, die ab Sommer 2016 in Neubauten Pflicht sind. Für Bestandswohnungen gelte eine Übergangsfrist bis 2020. „Die Aufgaben eines Schornsteinfegers haben sich gewandelt, das Spektrum ist breiter geworden“, berichtet der Fachmann. Jetzt sei mehr Köpfchen als Kraft für diesen klassischen Handwerksberuf gefragt. Nachwuchs werde dringend gesucht. Gerne auch weiblich.

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