Freud und Leid in den Oranienburger Ortsteilen

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Beim MAZ-Stammtisch kommen viele Probleme auf den Tisch und genauso viele Anregungen und Ideen

Von Andrea Kathert und Heike Bergt

Sachsenhausen | Die MAZ-Serie „Zu Hause in …“, die sich in den vergangenen vier Wochen den Ortsteilen von Oranienburg widmete, ging gestern mit einem Stammtisch der MAZ im Gasthof „Oranjehus“ in Sachsenhausen zu Ende. Bei den Gesprächen in lockerer Runde wurde klar: Die Menschen leben gern in ihren Ortsteilen, haben Ideen, was man besser machen könnte, aber quälen sich auch mit großen Problemen herum.

Letzteres trifft zu auf das Ehepaar Grundler, das in der Siedlung Friedenthal zu Hause ist, und immer noch mit den Nachwirkungen des Starkregens Ende Juni zu kämpfen hat. „Wir fühlen uns stiefmütterlich behandelt“, sagte Peter Grundler. Das Wasser vom Ruppiner Kanal könne nicht ablaufen. Falsch dimensionierte Rohre, zu niedrige Brücken und ein zu kleiner Düker unter dem Oranienburger Kanal zu einem Graben am Asternweg seien der Grund dafür. „Wir sind schon zum vierten Mal abgesoffen“, schimpfte Peter Grundler. Seit 2002 machen die Anwohner auf die Probleme aufmerksam. Das Grabensystem werde nicht ordentlich gepflegt. Die KTG habe die Gräben zur Bewässerung ihrer Flächen benutzt. Nach dem Starkregen war nun das Dilemma wieder groß. Und die Stadt würde sie im Stich lassen, ist die Empfindung der Friedenthaler. Ein Thema, bei dem die MAZ auf jeden Fall nachhaken wird.

Zimmermann Daniel Spindler und seine Ehefrau Christin brachten ein ganz anderes Thema zur Sprache: Sie brachen eine Lanze für das Handwerk. Die Branche boomt, die Aufträge flattern nur so rein. „Aber wir können gar nicht alles annehmen, wir können uns keine Fachkräfte schnitzen“, sagte Christin Eckold-Spindler. Die beiden haben schon vieles versucht, um auch Azubis zu gewinnen, zum Beispiel mit lustigen Anzeigen. Doch der Trend gehe auch in Oranienburg dahin, dass immer mehr Schüler an die Gymnasien gehen. „Und beim Handwerk wird die Nase gerümpft.“ Die Spindlers entwickelten deshalb eine außergewöhnliche Idee: Daniel Spindler wird an der Jean- Clermont-Oberschule in Sachsenhausen eine freiwillige AG leiten und einmal in der Woche mit den Schülern an einer Überdachung für den Grillplatz auf dem Schulhof bauen. Richtig von der Pike auf: mit Skizze, Berechnungen, Material bestellen und Holz zuschneiden. Am 20. September geht es los. Und die Spindlers erhoffen sich, die Schüler auf diese Weise für handwerkliche Arbeiten zu begeistern.

Die Lehnitzerin Kerstin Kausche erzählte von der Friedrich-Wolf-Gedenkstätte. „Was die älteren Leute dieses Vereins da leisten, das ist schon gewaltig“, sagte sie. Dabei sei der Verein immer auf sich gestellt. Ganz tolle Veranstaltungen liefen dort in diesem Kleinod. „Da könnte man viel mehr rausholen, was das für Möglichkeiten für den Ortsteil bietet“, war ihre Meinung.

Am Ende des Stammtisches waren sich die Gäste einig. Die Ortsteile mal mehr in den Fokus zu rücken, war eine gute Idee der MAZ, die unbedingt wiederholt werden sollte.

Christin Eckold-Spindler (Neustadt) „Man sollte die Kritik der Anwohner der Gedenkstätte ernst nehmen und sie nicht einfach abwatschen.“

Daniel Spindler (Neustadt) „Ich wünsche mir ein friedliches Oranienburg mit einer großen Zahl zufriedener Bürger.“

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