Ein Lehrling der zum Handwerk passt

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Zimmerermeister Daniel Spindler engagiert sich in der Jean-Clermont-Schule und findet Nachwuchs für seine Firma

Von Andrea Kathert

Oranienburg | Dass Handwerksbetriebe beklagen, sie fänden keine Auszubildenden, ist keine Neuigkeit mehr. Daniel Spindler geht es nicht anders. Aber der Zimmerermeister machte es anders. Seine Devise ist es, auf die jungen Leute zugehen und ihnen erst mal zeigen, was sie mit ihrer Hände Arbeit schaffen können. Im September vorigen Jahres startete Spindler ein Projekt in der Jean-Clermont-Schule, führte in der Holz-AG die Schüler praktisch heran, eine Überdachung für den Grillplatz zu bauen.

Und der Zimmerer konnte die Schüler offenbar für seinen Beruf begeistern. Denn gestern Nachmittag saß der 16-jährige Lars Friese im Büro der Firma Spindler und unterzeichnete seinen Ausbildungsvertrag. „Lars hat wirklich Talent“, sagte Daniel Spindler. „Der ist ein angenehmer Zeitgenosse, der passt.“

Und so sieht es auch Lars, der bereits ein Praktikum in der Firma gemacht hat und sich in seinem Berufswunsch nur bestärkt fühlt. Das Arbeiten mit Holz hat es ihm schon länger angetan. In der Zimmerei durfte er nun richtig anpacken, arbeitete mit auf Baustellen, durfte Holz zusägen, Maschinen bedienen und Zuschnitte vermessen. „Ich musste aber auch mal mit aufräumen und saubermachen.“ Das gehört dazu. „Es hat mir richtig gut gefallen in der Firma“, sagt Lars. Und viel gelernt hat er auch noch.

Am 1. August wird der Zehntklässler seine Ausbildung antreten und nach drei Jahren sicherlich als Zimmermanns-Geselle abschließen. „Ich will erfolgreich sein, meine Berufsschule gut machen und freue mich auf viele Tricks und Ideen.“ Später will er seinen Meister machen und in Richtung Holzbaukonstruktion oder Restaurierungen gehen, mal schauen. „Ich finde es jedenfalls gut, hinterher zu sehen, was man mit seinen Händen geschaffen hat“, meinte Lars.

Die Tischlerei hat sich ziemlich um den jungen Mann bemüht. „Er ist ein Wettkampftyp“, erzählt Christin Eckold-Spindler. Und deshalb soll Lars, wenn er sein erstes Lehrjahr gut gepackt hat, für drei bis vier Wochen nach Spanien fahren. Bei dem Austauschprojekt sollen die Azubis etwas Landestypisches über das Handwerk lernen.

Und wenn Lars gut ist in seiner Ausbildung könnte er auch an den Handwerker-Wettkämpfen im Lehrbauhof teilnehmen. Bei den Ausscheiden kann man sich bis zum Bundeswettkampf qualifizieren. Und dass Lars ein Kämpfer ist, hat er sportlich schon längst bewiesen. Seit acht Jahren trainiert er in Berlin-Tegel im Kanurennsport, war sogar schon Deutscher Meister.

„Ein bisschen aufgeregt bin ich schon“, sagte Lars gestern. Kein Wunder, das war ein großer Schritt. Die Spindlers freuen sich, solch einen Azubi zu bekommen. „Im Moment haben wir drei Lehrlinge“, sagt Christin Eckold-Spindler. Zwei lernen bald aus. „Und dann könnten wir noch einen Azubi nehmen.“ Vielleicht zeigt aus der Schule noch jemand Interesse. Daniel Spindler will die AG jedenfalls weiterführen.

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